1. 1. Vorurteile: Fluch oder Segen?

    • Biogasanlagen führen zur Verdrängung von viehhaltenden Betrieben?

      Fakten:

      • Industrielle Anlagen haben (im Gegensatz zu bäuerlichen Anlagen) weites Einzugsgebiet
    • Biogas fördert Mais-Monokulturen/Verbreitung von Gen-Mais?

      Fakten: Gen-Mais

      • Keine GVO-Mais Sorte existent, die für Biogas entwickelt wäre
      • Weite Fruchtfolge macht Genmais-Anbau unnötig
      • Anwendung von Genmais verursacht unnötige Kosten (Anbaugrenze, Getrenntlagerung)

      Fakten: Monokulturen

      • Bauern vertraglich an drei- bis viergliedrige Fruchtfolge gebunden
      • Aktive Forschung an alternativen Energiepflanzen, um weitere Fruchtfolge zu ermöglichen
      • Energetisch genutzte Mais entspricht weniger als 13 % der Gesamtanbaufläche Mais in Deutschland
    • Böden erfahren durch intensiven Maisanbau eine Verschlechterung der Humusbilanz?

      Fakten:

      • Erzeuger zur Beachtung der Humusbilanz verpflichtet
      • Effekt Mais als Humuszehrer ausgeglichen durch:
        • Anbau Untersaaten und Zwischenfrüchte
        • drei- bis viergliedrige Fruchtfolge
        • Einhaltung der Cross-Compliance-Vorschriften
        • Rückführung Gärreste in Stoffkreislauf
    • Langfristige Vertragsbindung der Landwirte ist unflexibel und nachteilig?

      Fakten: Monokulturen

      • Bietet Planungssicherheit
      • Langfristige Planung der Fruchtfolgen
      • Fehlmengenersatz möglich
      • Bei ausbleibender Gewinnerzielung des Erzeugers ? Nachverhandlung der Verträge möglich
    • Biogas-/Biotreibstoffindustrie führt zur Erhöhung der Rohstoffpreise und Verteuerung der Lebensmittel weltweit?

      Fakten

      • Veränderte Ernährungsgewohnheiten (Fleischkonsum) (Bsp: China – Verdopplung des Konsums zw. 1993 und 2005) ? 1 kg Fleisch bedarf 7 kg Getreide in Produktion
      • Bevölkerungsexplosion in Entwicklungsländern (jährl. um 80 Mio. Menschen)
      • Schlechte Ernten (EU Export um 30 % rückläufig von 2007 auf 2008)
      • Nachfrage nach Substraten zu gering im Gesamtvergleich, um Auswirkung auf Preise zu haben
      • Nutzungsflächen für Biodiesel/Bioethanol sind wesentlich größer, als die für Biogas genutzten
    • Anbau von Energiepflanzen führt zur Verkleinerung der Anbaufläche und gefährdet so die Lebensmittelversorgung?

      Fakten

      • Nutzfläche für Biomasse kann bis 2030 noch auf 3-4 Mio ha erhöht werden (derzeit 400.000 ha)
      • 2007: knapp 2 Mio. ha Energiepflanzenanbau von knapp 12 Mio. ha Ackerfläche genutzt, davon nur 400.000 ha für Biogas
      • Enormes Steigerungspotential bei den Ernten besonders in Osteuropa (bis zu 70 % in Russland, Ukraine)
      • Maximierung Biomasse durch Züchtung ? steilere Ertragssteigerung
  2. 2. Prozesse: Wie entsteht Biogas?

    • Führt die hiesige Biogas-/Biotreibstoffindustrie zur Erhöhung der Rohstoffpreise und zur Verteuerung der Lebensmittel auf der ganzen Welt?

      Fakten

      Die momentan zu beobachtende Verteuerung bei landwirtschaftlichen Produkten ist vor allem auf folgende Faktoren zurückzuführen:

      • Veränderung der Ernährungsgewohnheiten z.B. in China in Richtung erhöhten Fleischkonsums, der eine überproportionale Steigerung der Nachfrage nach Futtermitteln auslöst
      • Die Bevölkerungsexplosion in Entwicklungsländern und damit erhöhte Nachfrage nach Lebensmitteln
      • Schlechte Ernten in den letzten Jahren
      • Die Nachfrage der Biogasbranche nach landwirtschaftlichen Substraten ist viel zu gering im Vergleich zur Gesamtproduktion, als dass sie eine merkliche Auswirkung auf die Preise hätte
      • Die für die Produktion von Bioethanol und Biodiesel genutzten Flächen sind um vieles größer als die für Biogas genutzten, aber selbst sie sind zu klein, um die weltweiten Rohstoffpreise nennenswert zu beeinflussen
    • Führt der Anbau von Energiepflanzen zur Verkleinerung der Anbaufläche für die Verwertung als Lebensmittel und gefährdet so die Lebensmittelversorgung?

      Fakten

      • Der Anteil für Energiepflanzen an der Gesamtagrarfläche ist gering
      • Es werden 400.000 ha (d.h. 2,5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland) für Energiepflanzen zur Biogaserzeugung genutzt
      • Produktivitätsfortschritt bei Anbau führt zur Verkleinerung der für eine bestimmten Menge Biogas benötigten Anbauflächen
      • Die landwirtschaftliche Nutzfläche für Biomasse in Deutschland kann bis zum Jahr 2030 auf rund 3 bis 4 Mio. ha erhöht werden ohne die Nahrungsmittelproduktion einzuschränken
      • In anderen Ländern, vor allem in Osteuropa, existiert noch ein enormes Steigerungspotenzial bei den Ernten
    • Treibt das EEG und die damit verbundenen Einspeisevergütungen die Strompreise in Deutschland in die Höhe?

      Fakten

      • Eine Kilowattstunde Strom kostete den Stromverbraucher 2007 ca. 21 Cent. Der Anteil von Erneuerbaren Energien an diesem Betrag macht ca. 1 Cent aus. Ursachen für den gestiegenen Strompreis liegen hauptsächlich am gestiegenen Ölpreis, CO²-Handel mit Zertifikaten und nur zu einem geringen Teil am Erneuerbaren Energiengesetz. Ein durchschnittlicher Haushalt mit vier Personen bezahlt etwa 3,50 Euro pro Monat für die Einspeisevergütung der Erneuerbare Energien
      • Es sollten vor allem die nicht so stark flächenverbrauchenden Erneuerbare Energien wie Wind, Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie gefördert werden und nicht die Erneuerbaren Energien aus Biomasse
      • Wir benötigen in Deutschland und der Welt einen gesunden Mix der Erneuerbaren Energien. Keine der Erneuerbaren Energien alleine kann die Energiewende bringen
      • Andere Erneuerbare Energien wie Windkraft oder Photovoltaik sind an unmittelbar vorhandenen Wind oder Sonneneinstrahlung gebunden und damit nicht grundlastfähig. Für sie müssen von den Energieversorgern teure Schattenkapazitäten (konventionelle Kraftwerke) vorgehalten werden, um eine gleichmäßige Stromversorgung zu garantieren
      • z.T. hoher Flächenverbrauch, geringe Wirkungsgrade und teure Herstellung der Anlagen
    • Biogas fördert Mais-Monokulturen?

      Fakten

      • Keine Monokultur Mais durch Biogas, da der Anteil des Mais der in Deutschland für energetische Zwecke genutzt wird, sehr klein ist (unter 13 %)
      • NAWARO® Bauern sind vertraglich an die gute fachliche Praxis des landwirtschaftlichen Anbaus gebunden und müssen eine drei- bis viergliedrige Fruchtfolge einhalten
    • Biogasanlagen führen zur Verdrängung von viehhaltenden Betrieben?

      Fakten

      • In stark von der Veredelung geprägten Regionen kann es vereinzelt zu einer Nutzungskonkurrenz um die Flächen zwischen dem Anbau von Substraten für Biogasanlagen und dem Anbau von Futtermitteln kommen. Die NAWARO® BioEnergie Parks befinden sich aber nicht in Veredelungsregionen wie z.B. dem Münsterland
      • Viehhaltende Betriebe bekommen voraussichtlich im neuen EEG einen besonderen Anreiz für den Betrieb von Biogasanlagen („Güllebonus“)
    • Fördert Biogas die Verbreitung von Gen-Mais?

      Fakten

      • Es gibt keine GVO-Mais-Sorte die speziell für Biogas entwickelt und angebaut wird
      • Eine genügend weite Fruchtfolge macht den Anbau von Genmais unnötig
      • Ein mit Genmais bestelltes Feld verursacht unnötig hohe Kosten wie zum Beispiel eine Anbaugrenze zu anderen Feldern von 150 m, die Verwendung von Spezialgeräten und getrennte Lagerung von anderen Mais
      • Die NAWARO® BioEnergie AG setzt keinen Genmais ein
    • Erfahren die Böden durch den intensiven Maisanbau eine negative Humusbilanz?

      Fakten

      • Durch die Lieferverträge der NAWARO® BioEnergie AG mit den Erzeugern werden diese zur Einhaltung der guten fachlichen Praxis verpflichtet, die eine Beachtung der Humusbilanz einschließt
    • Ist die langfristige Vertragsbindung der Landwirte unflexibel und nachteilig?

      Fakten

      • Die langfristige Bindung ermöglicht dem Landwirt Planungssicherheit und langfristige Planung der Fruchtfolgen
      • Bei Nichterfüllung der vereinbarten Erntemenge kann der Bauer die notwendige Fehlmenge anderweitig beschaffen und der NAWARO® BioEnergie AG in Rechnung stellen
      • Erzielt der Erzeuger nachweislich keine Gewinne während der Vertragslaufzeit, so kann der Vertrag nachverhandelt werden
    • Welches Treibhausgasemissions-Minderungspotential besteht bei der Produktion von Biomasse?

      Fakten

      • Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass der Ersatz fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) durch Biogas eine positive Ökobilanz erbringt. Die Erzeugung von Biogas hat vergleichsweise geringe Emissionsbelastungen im Vergleich zum Abbau und Transport fossiler Energieträger.
      • Die „Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung“ sieht zur Umsetzung der EU-Ziele eine nachhaltige, energetische Erzeugung von Biomasse unter Berücksichtigung des Klimaschutzes, der Ressourcenschonung, des Ausbaus der Erneuerbaren Energien sowie der Artenvielfalt sowie der Sicherung der Nahrungsmittelversorgung vor.
      • Der Gesetzgeber fordert daher heute einen THG-Minderungswert von mindestens 35%  sowie per 2017 50 % und per 2018 60 %. Der NAWARO BioEnergie Park Güstrow weist bereits heute einen THG-Vermeidungsfaktor von 58% nach.

        THG-Vermeidungsfaktor
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